visual         Z-inema Kinoprogramm  


November 2018 


Im November zeigt das Z-inema den hochgelobten Horror-Psycho-Experimentalfilm Mix
MANDY, in dem Nicolas Cage die mutmaßlich beste Performance seiner Karriere hinlegt.

Eckhart Schmidt, Urgestein der deutschen Filmszene präsentiert seinen Klassiker DER
FAN und den Film MEIN SCHÖNSTER SOMMER.

Mit dem brandneuen, digitalen Transfer des Original-Negativs von ORGY OF THE DEAD,
zeigen wir in Zusammenarbeit mit „Vinegare Syndrome USA“ eines der schrägsten
Spielfilmexperimente der 60er, zu dem kein Geringerer als Ed Wood das Drehbuch schrieb.

Welcome to the wild side of cinema!





Di . 06. 11. 18. 20:00 Uhr
MANDY
(USA 2018) Regie: Panos Cosmatos, Darsteller: Nicolas Cage, Andrea Riseborough, Bill Duke u.a.
116 min., OV englisch mit dtsch. UT



„Mandy“ ist ein fiebrig-alptraumhafter, durchgestylter Höllentrip mit Heavy-Metal-Symbolik,
dämonischen Motorradmutanten und surrenden Kettensägen, der das Zeug zum absoluten Kultfilm
hat. Nicolas Cage intensivste Rolle seit „Wild at Heart“. Dazu eine der letzten Soundtrackarbeiten
des jüngst verstorbenen Jóhann Jóhannsson („Arrival“).

Bei den Filmfestspielen von Cannes und Sundance waren sich Kritiker und Publikum einig:

„Mandy“ ist ein neuer Kultfilm für die Ewigkeit!
„Nicolas Cage war seit Jahren nicht besser.“ (Seventh Row)

„Panos Cosmatos und Nicolas Cage gehen in ihrem Film aufs Ganze und machen keine
Gefangenen.“ (Kino-Zeit)

„Eine unvergleichliche audiovisuelle Tour-de-Force.“ (Filmstarts)

Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2018!

Inhalt:
Shadow Mountains, 1983: Der friedliebende Einzelgänger Red Miller (Nicolas Cage) kocht vor Wut
und Trauer. Hilflos musste er mitansehen, wie seine große Liebe Mandy verbrannt wurde.
Jeremiah Sand, der charismatische Führer der religiösen Sekte „Children of the New Dawn“, hatte
sie sich geschnappt und eiskalt in Flammen gesteckt – nur weil Mandy ihm nicht gefügig war. Red
hat nun nichts mehr zu verlieren. Mit einer eigenhändig geschmiedeten Kriegsaxt in der Hand und
einer Teufelsdroge in den Adern, die ihm übermenschliche Kräfte verleiht, macht er sich auf den
Weg in einen blutigen Albtraum. Von wahnsinnigem Rachedurst getrieben, wird Red nicht eher
ruhen, bis er Jeremiah und seine Jünger zur Strecke gebracht hat.

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Di . 13. 11. 18. 19:30 /21:45 Uhr:
Eckhart Schmidt Double Feature: DER FAN (BRD 1982) /
MEIN SCHÖNSTER SOMMER (IT 2016/2017)




Wir freuen uns auf den Regisseur und Autor Eckhart Schmidt, der persönlich seinen Klassiker „Der
Fan“ (BRD 1982) und den Film „Mein schönster Sommer (Italien 2016/2017) vorstellen wird.
Nach beiden Filmen gibt es ein Podiumsgespräch, mit dem Regisseur
Eckhart Schmidt arbeitete nach dem Abitur in Ulm und dem Studium in München zunächst als
Filmkritiker u. a. für die Süddeutsche Zeitung, Film und den Bayerischen Rundfunk. Anfang der
1960er Jahre war er Teil der Neuen Münchner Gruppe um Rudolf Thome, Max Zihlmann und Klaus
Lemke, die eine Unterhaltungs-Alternative zu der Oberhausener Gruppe und dem Oberhausener
Manifest suchte. Erste Kurzfilme entstanden Anfang der 60er Jahre; 1967 drehte er mit Jet
Generation seinen ersten Spielfilm. 1978 gab er das Punk-Magazin S!A!U! heraus, in dem u. a.
Rainer Werner Fassbinder, Herbert Achternbusch, Werner Schroeter, David Byrne und Patti Smith
publizierten.
1982 drehte er nach seinem gleichnamigen Roman den Film Der Fan mit Désirée Nosbusch in der
Hauptrolle. Bis heute folgten zahlreiche weitere Spielfilme und Buchveröffentlichungen.

19:30 Uhr: DER FAN
Regie: Eckhart Schmidt Drehbuch: Eckhart Schmidt
Hauptdarsteller: Désirée Nosbusch, Bodo Staiger, Simone Brahmann, Jonas Vischer, Helga Tölle,
Klaus Münster, Wilfried Blasberg, Christian Simon, Joachim Fuchsberger, Thomas Fuchsberger
Genre: Thriller, Horrorfilm, Drama, Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 1982, Deutsche Fassung, 93 Min.

Dieser Film machte Schlagzeilen, noch eher er in die Kinos kam. Trotz unzähliger kritischer
Stimmen nach Zensur oder gar Verbot des Filmes erlaubten die Gerichte letztlich die ungekürzte
Veröffentlichung. Die Liebesszenen der nackten Désirée Nosbusch mit dem New Wave Popstar
Bodo Staiger zeigen schauspielerische Klasse. Der Film wurde bald zu einem Kultklassiker der
NDW-Zeit, was nicht zuletzt auch am sehr gelungenen Soundtrack von “Rheingold” lag.
Die 17jährige Simone hat sich unsterblich in den Popstar “R” verliebt, ihr ganzes Leben wird nur
von den Gedanken an ihn bestimmt. Schließlich lernt sie ihn tatsächlich kennen und beginnt eine
Affäre mit dem Star. In einem Strudel aus Liebe, Leidenschaft und Verlangen glaubt Simone bald,
ihr großer Traum von der wahren Liebe mit “R” könnte Wirklichkeit werden. Als sie feststellt, dass
ihr vergötterter Liebhaber kein Interesse an einer langfristigen Beziehung hat, bricht für sie eine
Welt zusammen. Plötzlich vermischt sich ihre Liebe mit tödlichem Hass und sie begeht eine
unglaublich grausame Tat – ihr wahnhafter Besitzanspruch eskaliert in Mord und Kannibalismus.
- Arthouse-cinema.de

„Der Fan“ widersetzt sich nicht nur der sozialpädagogischen Auseinandersetzung mit seinem
Thema und erzählt stattdessen eine wahrlich abgründige Liebesgeschichte, er sprengt auch die
Grenzen der Kategorien und Genres und wird so zu einem einzigartigen und – bei allem Achtziger
Jahre-Kolorit – zeitlosen Kleinod.
- Filmgazette.de – Nicolai Bühnemann

21:45 Uhr: MEIN SCHÖNSTER SOMMER

Produktionsland: Italien 2016/17,
Regie: Eckhart Schmidt, Darsteller: Cecilia Saracino ua,
Deutsch mit italienischen Poesie-Texten, 94 Min.

Seit 2016 lebt Schmidt auch in Rom, wo er neun Spielfilme drehte, die er unter dem Titel
"Römischer Zyklus" zusammenfasste
- Wikipedia

„Ein 17jähriges Mädchen erinnert sich an den Sommer ihrer ersten Liebe, die in einer Katastrophe
endet. Schmidt: ›Angelpunkt ist das weltberühmte Fresko Triumph des Todes, aber letztlich handelt
der Film von den Sehnsüchten und Ängsten der jungen Geneneration von heute…“
- Werkstattkino

Was alle Filme des Römischen Zyklus verbindet, ist der Versuch, das Unsichtbare nachvollziehbar
zu machen. Die filmischen Einstellungen bei diesem Prozess sind oft eher statisch, aber sie lösen
eine komplexe Dynamik im Kopf des Betrachters aus. Es entsteht eine Art von Kopf-Kino. Die
Geschichten werden - wie üblich - nicht bebildert, sondern sie entstehen vor allem in der
Phantasie. Alle neun Filme sind so komponiert, dass sie ein unsichtbares Geschehen erlebbar
machen. Rom mit seinen Jahrtausende alten Schichten war der ideale Schauplatz für ein solches
Konzept. Man steht vor antiken Trümmerfeldern der Geschichte und erlebt in der Phantasie den
Aufstieg und Untergang von Imperien.“
- Eckhart Schmidt

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Di . 20. 11. 18. 20:00 Uhr:
MANDY
(Siehe Programm vom 06.11.18)



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Di . 27. 11. 18. 20:00 Uhr:
ORGY OF THE DEAD
USA 1965, Drehbuch: Edward D. Wood Jr., Regie: Stephen C. Apostolof, Darsteller: Criswell,
Fawn Silver, Pat Barrington ua., 92 min. OV englisch



Idee und Drehbuch zum Film stammen von niemand geringerem, als Ed Wood.
„Nacherzählen kann man, wenn überhaupt, die ersten fünf Minuten: Ein junges Paar kommt von
der Straße ab und landet auf einem Friedhof. In den restlichen 85 Minuten schauen sie Toten zu,
die verdammt sind, für ihren Meister namens Criswell nackt zu tanzen.

...Ed Wood genügte vielleicht nicht den konventionellen Ansprüchen der Filmästhetik. Aber er
schuf einen ganz eigenen, filmischen Kosmos aus Vampirdamen, Ghouls und Angorapullis.

Richtet man den Blick einmal weg von den wackelnden Kulissen, den Tag-Nacht-Gleichen, den
unbeholfenen Als-ob-Spezialeffekten, dann sieht man das Werk eines Besessenen:Filme, die -
unter enormen Schwierigkeiten - mit viel Herzblut und einem unverkennbaren Willen, der Welt
seinen ganz persönlichen Stempel aufzudrücken, gedreht wurden.
Dazu scharte er nicht nur einen kleinen, festen Stamm vor und hinter der Kamera um sich. Auch
seine Geschichten ähneln sich thematisch zunehmend. Zwischen seinen Filmen besteht ein roter
Faden, der in seinem Drehbuch zu ORGY OF THE DEAD wieder aufgenommen wird.
Dabei darf man kein Drehbuch im üblichen Sinne erwarten. Ed Wood bereicherte vielmehr den
gerade boomenden Nudistenfilm um eine sehr exzentrische Version. Dazu hält er sich nicht lange
mit einer Exposition auf, sondern kommt zügig zur Sache...
...Deutlich hör- und sichtbar lallt Criswell seinen Text von Tafeln ab, die Ed Wood höchstpersönlich
hochhielt. Aber Wood wäre zu diesem Zeitpunkt nicht mehr in der Lage gewesen, Regie zu führen.
Man hätte ihn ohnehin nicht mehr gelassen.
Dafür aber sah Ed Woods seltsame Welt nie besser aus. Und auch nie bunter.“
- filmtipps.at

Nachdem ORGY OF THE DEAD mehr als 50 Jahre lang, ein Dasein in ramponierten Filmkopien,
auf VHS Kasseten und unscharfe Public Domain Veröffentlichung auf DVD und als Stream fristen
musste, hat sich nun das renomierte US-Label „Vinegar Syndrome“dem Film angenommen und
eine liebevoll restaurierte, digitale Fassung auf Basis des Original Negativs erstellt.

Das Z-inema präsentiert die restaurierte Fassung mit freundlicher Unterstützung von
Vinegar Syndrome“ und Chris Apostolof, dem Sohn des Regisseurs, in deutscher Erstaufführung.
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