visual         Z-inema Kinoprogramm  



Juni 2019

Bevor das Z-inema, im Juli und August, wie in jedem Jahr eine Sommerpause einlegt,
präsentieren wir ein Programm, mit sehr unterschiedlichen Filmen.

Von der tschechischlowakischen Produktion DER BOXER UND DER TOD aus dem Jahr
1962, bis hin zur aktuellen Politik und Gesellschafts-Groteske DIAMANTINO, laden wir
unser Publikum dazu ein, vergessene Filme und neue Produktionen jenseits des
Mainstream zu entdecken.

Bevor wir mit unserem Programm starten übernehmen aber erstmal die Kollegen vom
Fernsehfriedhof.de, für einen Abend das Ruder im Z-inema und präsentieren ihrem
Publikum ausgewählte TV – Obskuritäten.

Welcome to the Wild Side of Cinema!


Mo. 03. 06 .19 20:00 Uhr

Fernsehfriedhof.de präsentiert:
WESSIFIZIERUNG DURCH FERNSEHEN



TV-Lektionen für eineGesellschaftstransformation - Teil 1: Ratgebersendungen
30 Jahre „Wende“ – eine Generation ist vergangen… Die Soziale Plastik
FERNSEHFRIEDHOF.DE nimmt dies als Anlass für eine Reise zurück zu den Anfängen, als
gewiefte Marktwirtschaftshasardeure den passiven Planwirtschaftsaktivisten gezeigt
haben, woher der Wind weht.

Aber wie sollten die armen, unerfahrenen Zonis da ahnen,

dass sie sich mit der D-Mark neben Echtpelzkrägen, Autos und Fernreisen auch jede
Menge Ärger, Müll und menschliche Niedertracht einhandeln?!

Tutorials auf YouTube gab
es noch nicht – und so schlug noch einmal die Stunde des Fernsehens,
das die Neu-
Bundesbürger an die Hand nahm, ihnen zeigte, wie man Kiwis richtig isst, warum man
aufpassen muss bei Unterzeichnung von Verträgen und wie man sich am Strand richtig
anzieht. Oder das magische Auge erzählte zum Einschlafen über den Kreditraten-Plänen
wundervolle Märchen – zum Beispiel wie ein Ossi sogar mal eine West-Fernsehshow
leiten darf! Pures Fernsehgold! Und genau das wird die Soziale Plastik
FERNSEHFRIEDHOF.DE in den nächsten Sitzungen wieder funkeln lasse…
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Di. 04. 06 .19 20:00 Uhr

LEERE STADT

Deutschland 2017 / Deutsche Fassung

R: Janne Jürgensen / D: Rune Jürgensen, Birk Beyer, Liam Langholz ua.

TRAILER hier klicken



Nach Jahren des Familienlebens schmeißt Yassars Frau ihn heraus, weil er sich weigert,
einen gut bezahlten Job anzunehmen. Der Filmemacher kann im Atelier von Freunden in
Hammerbrook unterkriechen – und lernt den Stadtteil lieben.

Mit seiner Kamera
durchstreift er brache Flächen und Industriehöfe,
entdeckt kleine Flecken mit
bezauberndem, morbidem Charme und urbane Gärten.
Doch die Vermieter kündigen den
Künstlern den Mietvertrag;
den angebotenen Job bei einer Werbeagentur schlägt er aus,

und um zu überleben, lässt er sich auf illegale Geschäfte ein…

Der Spielfilm thematisiert anhand des persönlichen Schicksals vor allem auch die
Gentrifizierung in Hamburg Hammerbrook, die ähnlich so auch in Berlin und anderen
Großstädten ein stetig wachsendes Problem, für große Teile der Bewohner darstellt.

Hauotdarsteller Rune Jürgensen wird anwesend sein.
Nach dem Screening gibt es ein Publikumsgespräch.
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Di. 11. 06 .19 20:00 Uhr


DIAMANTINO


Portugal,Frankreich,Brasilien 2018 / OmU

R: Gabriel Abrantes,Daniel Schmidt / D: Carloto Cotta, Cleo Tavares ua.

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Fußball-Superstar und Super-Naivling Diamantino (der Ronaldo zum Verwechseln ähnlich
sieht…) erlebt kurz vor dem WM-Finale Bootflüchtlinge auf dem Mittelmeer, und verschießt
daraufhin innerlich aufgewühlt den wichtigsten Elfer seiner Karriere. Von nun an will sich
Diamantino für Flüchtlinge engagieren, aber sein Management und eine
rechtspopulistische Partei haben ihre eigenen Pläne mit ihm.

Schrill-poppige Polit-Groteske und Meta-Film zu Politik, Wirtschaftskrise,
Rechtspopulismus und Welterfahrung, ausgezeichnet in Cannes mit dem Hauptpreis der
„Semaine de la Critique“.

„DIAMANTINO ist eine wilde Mixtur verschiedenster Genres – er ist das Psychogramm
eines Fußballers, der zwar den Namen Cristiano Ronaldos niemals nennt, aber stets
mitdenkt, Politsatire, Genderbender-Komödie, kruder SciFi, Fake-Vater-Sohn-Drama,
hanebüchene Agentenstory, Metareflektion über Fußball, Nationalismus, Starkult, die
„Flüchtlingskrise“ und vieles andere mehr.“ (kino – zeit.de)

„Ein Film, so verrückt wie die Gegenwart.“ (critic.de)

„Der bizarre, lustige, träumerische und satirische Fußballerfilm vereint Sci-Fi, Politik, Sport,
Thriller und Liebesfilm mit viel bunter Augenoptik und zuckersüßen rosa Traumsequenzen,
und schafft es gekonnter Weise von der ersten bis zur letzten Minute zu unterhalten.“
(UNCUT - Movies)
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Di. 18. 06 .19 20:00 Uhr

Jean Rollin Retrospektive No. 5: THE LIVING DEAD GIRL

Frankreich 1982 / OF mit engl. UT

R: Jean Rollin / D: Marina Pierro, Francoise Blanchard ua.

TRAILER hier klicken



„Hélène und Catherine sind seit ihrer Kindheit die besten Freundinnen. Auch Catherines
Tod tut der Freundschaft keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil. Zwar ist Catherine jetzt eine
Untote, die regelmäßig frisches Blut benötigt, aber die alte Freundin stellt sich gerne zur
Verfügung, um frische Opfer zu besorgen.“
(Movie Pilot)

Mit THE LIVING DEAD GIRL beendet das Z-inema, die Anfang des Jahres gestartete Jean
Rollin Retrospektive.
Ein Film von Jean Rollin der weniger, die surreale, zuweilen fast experimentelle
Handschrift seiner frühen Filme trägt und sich eher an italienischen Horror und Giallo
Filmen der späten 70er und frühen 80er orientiert
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Di. 25. 06 .19 20:00 Uhr


DER BOXER UND DER TOD


Tschechoslowakei 1963 / Deutsche Fassung

R: Peter Solan / D: Manfred Krug, Stefan Kvietik ua.

TRAILER hier klicken



Als der ehemalige Preisboxer und jetzige KZ-Kommandant Kraft herausfindet, dass
Häftling Komínek auch schon im Ring gestanden hat, setzt er dessen Exekution aus, um
einen kleinen Übungskampf mit ihm zu veranstalten. Unzufrieden mit dessen körperlicher
Verfassung und gelangweilt vom Kampf gegen den Sandsack befiehlt Kraft kurzerhand,
Komínek in den nächsten Wochen alle Freiheiten zu gewähren, um sich auf einen echten
Boxkampf vorbereiten zu können. Während Komínek von nun an seine Zeit damit
verbringt, wieder zu Kräften zu kommen und für den aussichtslosen Kampf zu trainieren,
sorgt sein privilegierter Status zunehmend für Spannungen unter seinen Mithäftlingen…

DER BOXER UND DER TOD basiert auf einer Kurzgeschichte des polnischen
Schriftstellers und Dramaturgen Józef Hen, die 1964 auf Deutsch und 1958 in
tschechischer Übersetzung erschienen war. Trotz des Verbots, das Pavol Dubovský, der
Leiter der slowakischen Filmbehörde, im August 1959 ausgesprochen hatte, gab die
Kunstbehörde das Drehbuch für den Film frei.

Dennoch sollten noch mehr als zwei Jahre
vergehen, bevor die Dreharbeiten
überhaupt beginnen konnten. Die polnische
Filmemacherin Wanda Jakubowska,
die selbst in Auschwitz war und ihre Erlebnisse in
ihrem Film
DIE LETZTE ETAPPE (Ostatni etap, 1947) verarbeitet hatte, sollte ursprünglich

die Produktionsvorbereitungen betreuen. Der Plan scheiterte allerdings wegen
unterschiedlicher Ansichten darüber, wie mit dem sensiblen Thema umzugehen wäre. Der
Autor der Vorlage, Józef Hen, Drehbuchautor Tibor Vichta und Regisseur Peter Solan
schrieben acht leicht unterschiedliche Fassungen des Drehbuchs